Pressemitteilung: UNDP, BMZ, Generali und die ICMIF Stiftung bringen weltweit größtes Programm für integrative Versicherungen in 30 Ländern auf den Weg
6. November 2025
- Das Programm hat bislang über 250.000 Menschen erreicht. Mit elf bereits verfügbaren Versiche-rungsleistungen und 25 weiteren in Entwicklung wird erwartet, dass bis zu 2,7 Millionen Menschen von dem Programm profitieren.
- Mehr als 100 öffentliche und private Partner arbeiten auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu-sammen. Die Anschubfinanzierung in Höhe von 2,5 Millionen Euro stammt von UNDP, BMZ, der ICMIF Stiftung und Generali.
Genf, 6. November 2025 – Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Versicherungsgruppe Generali und die Stiftung des internationalen Verbandes der Genossenschaften und Gegenseitigkeitsversicherungen (ICMIF) haben heute erste Ergebnisse des weltweit größten Programms für integrative Versicherungsleistungen vorgestellt. Das Programm soll 2,7 Millionen Menschen in 30 Ländern zugutekommen. Es umfasst auch Länder des Globalen Schutzschirms gegen Klimarisiken des BMZ, darunter Ghana, Philippinen, Senegal, Bangladesch, Madagaskar, Pakistan und Malawi.
Das 2023 gestartete Programm entwickelt mehr als 40 Versicherungsprodukte und Leistungen, die Haushalte mit niedrigem Einkommen, Kleinunternehmen, Landwirte und gefährdete Kommunen und Gruppen in Entwicklungsländern finanziell gegen Risiken absichern.
Elf Versicherungsleistungen sind bereits auf dem Markt und erreichen über 250.000 Menschen. Beispiele sind eine indexbasierte Versicherung für Reisbäuerinnen und -bauern in Vietnam, flexible Krankenversicherungen für Motorradlieferfahrerinnen und -fahrer in Tansania sowie die weltweit erste Versicherung zum Schutz des vom Aussterben bedrohten Jaguare in Argentinien.
Weitere 25 Lösungen befinden sich in Entwicklung, darunter eine KI-gestützte Viehversicherung für Rinder- und Büffelzüchterinnen und -züchter in Nepal, ein parametrisches Modell zum Schutz der kolumbianischen Feuchtgebiete vor Waldbränden sowie eine Unfallversicherung für Unternehmerinnen und Unternehmer in Ecuador, die mit zinslosen Krediten und Beratung zur nachhaltigen Stärkung ihrer Betriebe kombiniert wird.
Das Programm ist eine gemeinsame Initiative von über 100 öffentlichen und privaten Partnern auf lokaler, nationaler und globaler Ebene. Mit einer Anschubfinanzierung von 2,5 Millionen Euro durch UNDP, BMZ, Generali und der ICMIF Stiftung reagiert die Initiative auf eine zentrale Herausforderung: Die Schließung der globalen Versicherungslücke, die 2023 ein Rekordniveau von 1,6 Billionen Euro erreicht hat.
Diese Versicherungslücke – der Unterschied zwischen tatsächlichen finanziellen Verlusten und den durch Versicherungen abgedeckten Schäden – führt dazu, dass neun von zehn Menschen in Entwicklungsländern im Falle von Dürre, Überschwemmungen, Krankheit oder Ernteausfällen keinen Versicherungsschutz haben.
Marcos Neto, Beigeordneter Generalsekretär der Vereinten Nationen und Direktor des UNDP-Büros für Politik- und Programmunterstützung, erklärte:
„Das Programm für Versicherungsinnovationen treibt eine neue Generation erschwinglicher, zugänglicher Versicherungsleistungen voran, die Frauen befähigen, ihre Zukunft besser zu planen und Resilienz aufzubauen.
Es stärkt Familien, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie kleinen Unternehmen, mutige Entscheidungen zu treffen – auch in unsicheren Zeiten.“
Dr. Katharina Stasch, Abteilungsleiterin für multilaterale Entwicklungspolitik, Transformation und Klima im BMZ, sagte:
„Menschen, die an vorderster Front mit den Folgen des Klimawandels und wirtschaftlicher Unsicherheit leben, brauchen Wege, um ihre Widerstandskraft zu stärken und sich von Krisen zu erholen. Deutschland ist stolz, gemeinsam mit dem UNDP an dieser ambitionierten Versicherungsinitiative zu arbeiten, die einen wichtigen Beitrag zum Globalen Schutzschirm gegen Klimarisiken leistet und die finanzielle Absicherung und Resilienz gefährdeter Länder weltweit stärkt.“
Lucia Silva, Leiterin für Nachhaltigkeit von Generali, ergänzte:
„Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind ein zentraler Bestandteil des globalen Wirtschaftswachstums, zugleich aber besonders anfällig für Risiken durch Klimawandel, geopolitische Spannungen und Marktschwankungen. Als globaler Versicherer mit Fokus auf Privat- und Unternehmenskundinnen und -kunden erkennen wir diese wachsenden Risiken an. Unsere Partnerschaft mit dem UNDP soll sicherstellen, dass MSMEs Zugang zu den Lösungen erhalten, die sie widerstandsfähiger und nachhaltiger machen.“
Versicherungen auf der COP30 in Belém
Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Klimaverhandlungen auf der COP30 in Belém kommende Woche nehmen die Risiken durch die Klimakrise in den Bereichen Gesundheit, Nahrungsmittelproduktion, Unternehmensstabilität, Biodiversität und Geschlechtergerechtigkeit weiter zu. Da Klimakatastrophen im Jahr 2025 voraussichtlich Kosten in Höhe von 126 Milliarden Euro verursachen, wird erwartet, dass bei den Verhandlungen ein stärkerer Fokus darauf gelegt wird, wie Versicherungen Investitionen in Klimaresilienz und -anpassung unterstützen können.
Skalierung inklusiver Versicherungen für die SDGs
Um diese Lösungen dauerhaft zu verankern und auszuweiten, arbeitet das UNDP mit Regierungen und der Versicherungswirtschaft zusammen, fördert Finanzkompetenz oder finanzielle Bildung, verbessert politische und regulatorische Rahmenbedingungen und stärkt lokale Märkte. Das UNDP bietet außerdem technische Unterstützung – von Wirkungsanalysen bis hin zur strategischen Planung – um lokale Versicherungsunternehmen dabei zu unterstützen, Finanzierung zu mobilisieren und Versicherungsleistungen wie in den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) vorgesehen zu skalieren.
Diese Arbeit steht im Einklang mit der „Verpflichtung von Sevilla“, der im Juli 2025 von 192 Ländern verabschiedet wurde und als Wegweiser zur Schließung der globalen SDG-Finanzierungslücke von 3,7 Billionen Euro dient.
Sabbir Patel, Geschäftsführer der ICMIF Stiftung, erklärte:
„Genossenschaftliche und wechselseitige Versicherer arbeiten seit langem eng mit Kommunen und anderen Gruppen zusammen, um eine sicherere und widerstandsfähigere Welt zu schaffen. Gemeinsam mit dem UNDP weiten wir dieses Modell nun aus, um Frauen und Haushalte mit niedrigem Einkommen weltweit zu erreichen und zu zeigen, dass integrative Versicherungen von Grund auf so gestaltet werden können, dass sie nachhaltig wirken.“
Pressekontakt:
In Genf: Ceandra Faria, UNDP Insurance and Risk Finance Facility
Tel.: +41 79 562 01 88 I E-Mail: ceandra.faria@undp.org
In Berlin: Filipe Ataide Lampe, UNDP-Deutschlandbüro
Tel.: +49 030 2096 2351 I E-Mail: otto.filipe.ataide.lampe@undp.org
Globaler Ergebnis- und Lösungsüberblick:
https://irff.undp.org/projects/insurance-innovation-programme
Zahlen und Fakten zum Programm:
https://docs.google.com/document/d/1-cjKV7995a8CgzN9EkkyUyok3xPBFQy0Dmscl0aQ7oQ/edit?tab=t.0
Über das vom BMZ finanzierte UNDP-Programm für inklusive Versicherungen
Das Programm für inklusive Versicherungsinnovationen wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Integrative Versicherungen sind zugängliche, bezahlbare und angemessene Lösungen, die Haushalte mit niedrigem Einkommen, kleine Unternehmen und gefährdete Gemeinschaften vor finanziellen Risiken schützen. In 25 Ländern identifizieren Innovationswettbewerbe gezielte Möglichkeiten, den finanziellen Schutz zu verbessern und die SDGs voranzubringen, indem sie Versicherer und andere private Akteure dazu einladen, neue Lösungen zu entwickeln. Die besten Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle erhalten technische Unterstützung und in einigen Fällen finanzielle Förderungen, um ihre Ideen umzusetzen und neue Märkte zu schaffen. Das Programm unterstützt außerdem den Aufbau günstiger Rahmenbedingungen für Versicherungen, arbeitet mit Regierungen an geeigneten Regulierungen und mit der Industrie an Maßnahmen zur Kapazitätsentwicklung. Es umfasst auch praxisorientierte Instrumente wie den Inclusive Insurance Navigator und Schulungsprogramme für lokale Fachkräfte.
Über das UNDP
UNDP ist als Organisation der Vereinten Nationen im Einsatz gegen Armut, Ungleichheit und die Klimakrise. Gemeinsam mit einem breiten Netzwerk von Expertinnen und Experten sowie Partnern in 170 Ländern unterstützt es Staaten dabei, nachhaltige Lösungen für Menschen und Planet zu entwickeln. Mehr Informationen unter undp.org sowie auf X und LinkedIn unter @UNDP.
Über die Generali Group
Generali gehört zu den größten integrierten Versicherungs- und Vermögensverwaltungsgruppen weltweit. Das 1831 gegründete Unternehmen ist in über 50 Ländern tätig und erzielte 2024 ein Beitragsvolumen von 95,2 Milliarden Euro sowie ein verwaltetes Vermögen von 863 Milliarden Euro. Mit rund 87.000 Mitarbeitenden und 71 Millionen Kundinnen und Kunden ist die Gruppe führend in Europa und expandiert weiter in Asien und Lateinamerika. Im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie steht das „Lifetime Partner“-Versprechen an die Kundschaft, das durch innovative, personalisierte Lösungen, herausragende Kundenerlebnisse und eine digitalisierte Vertriebsstruktur verwirklicht wird. Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und dient dem Ziel, Wert für alle Stakeholder zu schaffen und eine gerechtere, widerstandsfähigere Gesellschaft aufzubauen.
Über die Stiftung des Verbandes der Genossenschaften und Gegenseitigkeitsversicherungen (ICMIF)
Die ICMIF Stiftung unterstützt genossenschaftliche und wechselseitige Versicherer bei der Bereitstellung inklusiver Versicherungsprodukte, die Menschen in einkommensschwachen und gefährdeten Gemeinschaften vor extremer Armut schützen. Die Stiftung wurde von dem Verband der Genossenschaften und Gegenseitigkeitsversicherungen gegründet. Seit 2015 hat sie Versicherer in Schwellenländern dabei unterstützt, über drei Millionen Haushalte mit niedrigem Einkommen durch Versicherungsschutz und Resilienzförderung ein Sicherheitsnetz zu bieten.