Pressemitteilung: „Reborn“ - Iraks nächstes Kapitel nach einem Jahrzehnt der Stabilisierung

30. Oktober 2025

Berlin, 30.10.2025 - Zehn Jahre nach dem Fall von Mossul steht Irak heute als Beispiel für Widerstandskraft und internationale Solidarität. Mit Unterstützung Deutschlands und über 30 internationaler Partner hat das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) Millionen von Irakerinnen und Irakern geholfen, ihr Leben und ihre Gemeinschaften nach der Zerstörung durch den Islamischen Staat (IS) wieder aufzubauen.  

Im Jahr 2014 nahm der IS mehrere große irakische Städte, darunter Mossul, ein und vertrieb mehr als sechs Millionen Menschen. Ganze Gemeinschaften, insbesondere Minderheiten wie Jesidinnen und Jesiden, Christinnen und Christen sowie Schabak, wurden Opfer von Gräueltaten. Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Infrastruktur wurden zerstört. 2015 begann Irak mit Unterstützung der internationalen Koalition eine Militäroperation zur Rückeroberung der besetzten Gebiete und legte damit den Grundstein für Erholung und Wiederaufbau.  

 

Ein Jahrzehnt der Stabilisierung  

Nach der Befreiung vom IS richtete UNDP in Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung und über 30 Gebern die Finanzierungsfazilität für Stabilisierung (FFS) ein. Deutschland gehört zu den größten Unterstützern dieser Initiative.  

In den vergangenen zehn Jahren hat die FFS mehr als 3.600 Projekte in 35 befreiten Städten in den Gouvernements Ninive, Anbar, Salah ad-Din, Kirkuk und Diyala umgesetzt.  
Durch diese Maßnahmen wurden über 3.100 öffentliche Einrichtungen wiederhergestellt, darunter 700 Schulen, 250 Gesundheitseinrichtungen sowie zahlreiche Strom- und Wasserwerke. Davon profitierten mehr als 8 Millionen Irakerinnen und Iraker. Zudem konnten über 5 Millionen Vertriebene zurückkehren, und Hunderttausende Arbeitsplätze wurden geschaffen. Damit wurden lokale Wirtschaftskreisläufe gestärkt und das Vertrauen zwischen Bevölkerung und Staat neu aufgebaut.  

 

 

„Reborn“ – eine Hommage an Iraks Widerstandskraft  

Zur Würdigung dieser gemeinsamen Erfolge und um Iraks laufenden Übergangsprozess sichtbar zu machen, eröffnete UNDP am 29. Oktober im Auswärtigen Amt in Berlin die Fotoausstellung Reborn.  

Die von dem preisgekrönten Fotografen Giles Clarke aufgenommene Ausstellung zeigt eindrucksvolle Geschichten von Menschen im Irak, die ihr Leben, ihre Häuser und ihre Gemeinschaften wiederaufbauen.  

Reborn wurde am Rande des von der Bundesregierung veranstalteten Stabilization Leaders Forum eröffnet und ging mit der Veröffentlichung des gleichnamigen Bildbandes einher, der die zehnjährige Wirkung der FFS dokumentiert.  

„Seit 2015 hat die Finanzierungsfazilität für Stabilisierung Millionen Menschen im Irak geholfen. Wir feiern diese Erfolge als globales Beispiel für Stabilisierung nach Konflikten“, sagte Melanie Hauenstein, Direktorin des UNDP-Deutschlandsbüros. „Diese wichtigen Investitionen in Wiederaufbau und Erholung haben es fünf von sechs Millionen durch den Konflikt Vertriebenen ermöglicht, nach Hause zurückzukehren und ihr Leben neu zu beginnen.“  

 

Auf dem Weg zu nationaler Verantwortung und Nachhaltigkeit  

Mit dem Übergang der Stabilisierung in nationale Verantwortung hat die irakische Regierung eine Ausstiegsstrategie verabschiedet, die den Weg zu nachhaltigen Strukturen beschreibt. Allein im Jahr 2024 wurden über 2.500 Beamtinnen und Beamte in 122 Fachgebieten geschult, um lokale Kapazitäten zu stärken und die Fortführung öffentlicher Dienstleistungen sicherzustellen.  

Mit wachsender Stabilität entstehen neue Chancen für Handel, Investitionen und wirtschaftliches Wachstum. UNDP arbeitet daran, die Stabilisierung in Systeme zu überführen, die Inklusion, Klimaresilienz und wirtschaftliche Diversifizierung fördern. Gemeinsam mit Deutschland und weiteren Partnern setzt sich UNDP dafür ein diese wichtigen Fortschritte zu bewahren und auszubauen, damit Iraks Erholung auch zukünftigen Generationen zugutekommt.  

 

Pressekontakt

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Filipe Ataide Lampe, otto.filipe.ataide.lampe@undp.org