Herzkammer jeder Sicherheitsstrategie: Internationale Zusammenarbeit.

17. September 2026
UNDP Staff stand at a muddy construction site with heavy machinery in the background.

UNDP Administrator, Alexander De Croo, gemeinsam mit dem UNDP Team auf dem zerstörten Firas Markt in Gaza.

Die Welt rüstet auf wie nie zuvor: Rund 2,3 Billionen Euro (2,7 Billionen US-Dollar) fließen in Militär und Waffen. Doch als global agierende Organisation sehen wir tagtäglich, dass Sicherheit nicht allein durch Panzer und Raketen entsteht. In der heutigen wirtschaftlich vernetzten Welt wirken sich Krisen und Kriege überall aus – ob der Krieg in der Ukraine oder im Nahen Osten: Selten waren die globalen Folgen so spürbar wie jetzt. Ein Beispiel: Allein die Folgen des Krieges im Nahen Osten drohen laut Schätzungen von UNDP 32 Millionen Menschen weltweit zusätzlich in extreme Armut zu drängen. Und das vor Allem in Ländern in Afrika und Asien, die geografisch weit entfernt vom Konflikt sind. Wo Armut herrscht, wachsen Instabilität, Extremismus, und Kriminalität, gleichzeitig steigen Flucht- und Migrationsbewegungen. Genau hier setzt internationale Zusammenarbeit an: Sie verringert Gefahrenräume, schafft Perspektiven vor Ort, macht die Welt friedlicher und ermöglicht neue Partnerschaften. Zudem bearbeitet sie transnationale Herausforderungen, wie Pandemien und Klimawandel, schafft Vertrauen und Partnerschaften. 

Alexander De Croo, Administrator von UNDP, fordert deshalb ein neues Verständnis von Sicherheit. Entwicklungspolitik sei kein „weiches“ Randthema, sondern ein zentraler Hebel der internationalen Sicherheitspolitik – eine zentrale “Hard Power“. Entwicklungszusammenarbeit ist aktive Sicherheitsvorsorge. 

Gerade Krisen, Kriege und Pandemien haben gezeigt, wie wichtig strategische Vorausschau ist – und dass sie reiner Schadensbegrenzung überlegen ist. Die Zahlen sprechen für sich: Jeder Dollar, der in Konfliktprävention investiert wird, kann später bis zu 103 Dollar an Kosten für Kriege, Wiederaufbau oder humanitäre Hilfe einsparen. Schon ein kleiner Teil der weltweiten Rüstungsausgaben könnte extreme Armut massiv reduzieren. 

Europas Sicherheit beginnt nicht erst an seinen Grenzen. Für Europa ist Entwicklungszusammenarbeit deshalb keine Wohltätigkeit, sondern strategisches Eigeninteresse. Instabilität, Hunger oder wirtschaftliche Krisen bleiben nicht regional begrenzt. UNDP zeigt bereits heute, wie moderne Sicherheitspolitik aussieht: In der Ukraine unterstützt es die Energieversorgung von Krankenhäusern und Schulen. Im Irak konnten Millionen Menschen durch Investitionen in Bildung und Infrastruktur in ihre Heimat zurückkehren. Im Tschad brachte vor allem die Förderung der Landwirtschaft langfristige Stabilität. 

Echte Sicherheit entsteht dort, wo Menschen Chancen und Stabilität haben und ein Leben in Würde leben können. Entwicklungspolitik ist deshalb kein Nebenschauplatz - sie ist das Fundament für eine friedlichere Welt und ein sicheres Europa.

UNDP / Filipe Ataíde Lampe